Frisch

In München

Ich war in München. Und habe mal wieder einige Eindrücke fest gehalten. Diesmal habe ich mich extra bemüht, die nicht so feinen Ecken mit ein wenig bayerischem Kulturgut zu vermischen. Zum Dank bin ich jetzt krank. Aber was tut man nicht alles für oder gegen Vorurteile.

Manchmal war sogar ich selbst überrascht, dass es beispielsweise solche Klingelschilder in München gibt. Und es dort offensichtlich auch geduldet ist.

Auch die Second Hand Läden unterscheiden sich ein wenig von denen, die ich aus Friedrichshain kenne.

Trostlosigkeit gibt es auch in München. Andere würden es als “beruhigt” bezeichnen, schließlich führt der Ring jetzt unten durch, statt oben drüber!

Farbe am Fenster! Im Univiertel.


Sogar die Liebigstraße hat es bis nach München geschafft. Fühl mich fast wie zu Hause, wohne ja gleich neben dem besagten Haus.

Die restlichen Fotos sieht man übrigens hier.

Diaverwertung…

Wer noch ein paar Dias übrig hat und ausserdem eine Glastür besitzt, sollte sich überlegen, ob das nicht eine gute Idee zur Zweitverwertung von Dias wäre:

Ich als Fotofreak bin ziemlich begeistert. Besitze nur leider keine Glastür :)

Noch ein paar mehr Fotos von yarnzombie gibts auf flickr.

Einmal 1980 bitte

Anlässlich meines 20. 30. Geburtstages in einigen Tagen (oh nein!) hatte ich mich vor einiger Zeit hingesetzt und rumgefragt: Was wurde eigentlich 1980 auf dem Musikmarkt so veröffentlicht. Denn was die 80er angeht, bin ich ja schwer vorurteilsbehaftet. Um es kurz zu machen, ich war überzeugt davon: Alles ist Schrott.

Jetzt wollte ich also “spaßeshalber” einen absolut grenzwertigen, bis miesen 80erMix zusammenbauen, den ich dann in meine Einladungen verpacke, die ich dieses Jahr sogar mit der Post verschicken wollte (Oldschool, ganz ohne Internet. Selbst gebastelt.). Der Bastelaufwand war dann doch nur irgendwie recht hoch, da fehlte mir Geduld und Zeit…deswegen sind nur ein paar wenige entstanden.

Egal. Aus dem grenzwertigen 80erMix wurde dann erstmal eine Reise in eine mir völlig unbekannte Ecke. Also anfangs. Weil, wo fängt man mit der Suche an. Empfehlungen gingen los bei Abba, ACDC und The Clash, Hot Chocolate und und und.
Drei Tage später war ich absolut fasziniert: 1980 war musikalisch ja gar nicht so übel, wenn man sich mal aus dem üblichen Chartsgedöns rausbewegt (wieso sollte es damals eigentlich anders sein als heute?). Denn James Brown, Bob Marley, Letta Mbulu oder Roy Ayers gabs zu dieser Zeit auch schon (oder noch…).

Und am Ende wurde aus dem 80erMix tatsächlich eine Aneinanderreihung von Tracks aus dem Jahre 1980 (eine Nummer ist von 1979), bei denen ich ab und an sogar laut mitsingen würde, wenn ich es könnte, so reicht es halt für Kopfnicken, Arschwackeln und tatsächlich auch fürs noch mal hören. Wer hätte das gedacht…

Und hier ist er übrigens, viel Spaß beim hören. Ist mal was anderes…

Once in a Lifetime by danii

Bilderschnee

Der Winter hört nicht auf. Eigentlich schade. Aber er ist sehr fotogen…

Mehr davon gibt es hier.

Hybrid

Eigentlich wollte ich gestern nicht mein Leben als Plattensammlung ins Netz stellen, eigentlich wollte ich nur kurz Hybrid verlinken. Weil Frauen … oder ich…. Weil ich gern vom Hundertsten ins Tausendste komme, hab ich im melancholischen Anfall dann halt mal schnell in vier Stunden ein paar meiner Platten und youtube durchwühlt.

Aber eigentlich wollte ich nur kurz erzählen, dass Hybrid bald ein neues Album rausbringen, aber vorher gibts noch einen kleinen Vorgeschmack inkl. Interview:

Und das Orchester kann man sich auch mal einfach so zu Gemüte führen. Groß!

Mein Leben als Plattensammlung

Jetzt wo der Artikel fertig ist kann ich sagen: Ich mach mich heut nackig. Mein Leben in Musik. Uff.

Ich hab in meinem Leben (und ich bin noch nicht ganz 30 – Schonfrist!) schon so viel gute Musik zu hören bekommen (Danke!).
Da gibt es Scheiben, die (mein) Leben gerettet haben oder Gänsehaut erzeugen, einen zum Lachen oder Weinen bringen, gute und schwierige Zeiten hervorrufen oder dafür sorgen, dass man bei geschlossenen Augen das Gefühl hatte, schwerelos oder woanders zu sein. Nicht zu vergessen, mein großartigster Moment in unserer damaligen Location im Kunstpark, liebevoll “Doppelgarage” genannt, als sich alle die Schädel an der Decke aufgeschlagen haben, weil endlich der Beat eingesetzt hat!
Vermutlich hat da jeder seine eigenen, wer mich nicht kennt, kann mit meinen Lieblingsscheiben sowieso nichts anfangen.

Mein Leben in Musik…
In der 8. Klasse haben wir uns noch Whigfieldzöpfe gemacht und zu Saturday Night auf dem Bett getanzt.

Mit 14, als meine Oma starb, lief sehr, sehr lange die immer gleiche Snap Nummer auf Repeat…

Irgendwann, so mit 15?? haben wir Stoffpinguinen Kondome angezogen und auf meinem Bett zu John Bon Jovi mitgeheult. Ich weiß nicht mehr welche Nummer…aber ich bin mir sicher: Das macht nichts.

Mit 16 kann ich mich noch an eine Nummer von Meat Loaf erinnern, die ist deswegen hängen geblieben, weil der Titel so unglaublich lang war. Also nicht wirklich, denn ich weiß nicht mehr wie der Titel war. Nur, lang.

Und mit – ich glaube es war 18 – habe ich mein erstes eigenes 60 Minuten Cosmic Tape bekommen. Drauf war 60 Minuten lang nur die gleiche Nummer. Früher total toll. Heute sehe ich nur umsteigende Cosmicjünger, die ihre Hände in den Himmel erheben (viell. dreh ich mal ein Video). Cosmic ist eine Musikrichtung (unter anderem spielt man Technoplatten einfach auf 33rpm). Irgendwann hat sogar die Groove dem Ganzen mal vier Seiten gewidmet.

Tja. Und danach?
Als erste gute Platte – die mir mal im Aufzug runtergefallen ist und seither einen FETTEN Kratzer im Lieblingstrack besitzt – ist mir The New Testament of Funk in Erinnerung. Explizit B&B Disco von Bill and Ben Chapman. Und zwar im Compost Record Store. Irgendwer meinte mal scherzhaft, dass die Platten von Unique da nicht gemocht werden und immer verscherbelt werden. Diese wurde meine und ein paar Jahre später (mit einer Menge weiterer UniquePlatten und einer dazugehörigen Plattentasche) habe ich es auch in den Unique Club nach Düsseldorf geschafft!

Meine erste (und leider einzige) Reizüberflutung hatte ich dann so mit 19/20, als ich in den Platten meiner großen Liebe wühlte. Funk. Alter, alter Funk. Vor allem: Viel alter Funk. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade das oben genannte Label aus Düsseldorf für mich entdeckt. Der Track B&B Disco ist schlicht und edel Do the Bus Stop von der Fatback Band, nur mit mehr Bums.

Dann folgte viel verschiedenes von ruhig und langsam…

…in eine ganz andere Richtung…

Verändert hat mich dann 2001 noch diese Scheibe hier (leider gibts nur den rmx aber egal):

Als die Scheibe Wildstyle Cuts vom Label Stereo Deluxe auftauchte, gab es kein Halten mehr, es musste nach Nürnberg gefahren werden, denn auf der Rückseite der Platte stand, da gäbe es so eine Veranstaltung namens Wildstyle im Hirsch.
Mein erster Besuch war eine Erfahrung, denn da liefen die Tracks, die bei uns im Hauptprogramm laufen im Vorprogramm. Und diese Nummer lief, als ich 2001 das erste Mal den Laden betrat:

Mein Leben wurde im Anschluss sehr viel teurer. Noch mehr neue Platten kaufen und für die nächsten zwei, drei Jahre alle zwei Wochen zwischen München und Nürnberg pendeln.
Besonderer Nebeneffekt: Morgens um sechs bei Oma tot ins Bett fallen, um Punkt halbzwölf zum Schweinsbraten geweckt zu werden, der schon auf dem Tisch stand, als bitte, schnell, sonst wirds kalt. Kater und Schweine vertragen sich nicht so gut…
Manchmal ging es auch direkt wieder zurück, war ja nicht weit, bis ich das erste Mal auf der Autobahn geträumt habe, das mir jemand reinfährt und aufgewacht bin, als ich das Lenkrad rumriss. Sekundenschlaf bei 160. Sollte man mal machen…

Mit die beiden großartigsten Scheiben dieser Zeit:

und so viele andere die da noch fehlen…

Von locker flockigen 115 bpm ging es dann also weiter zum Breakbeat bei dem ich ein paar Jahre hängen geblieben bin.

Irgendwann stattete ich dann auch Köln einen kleinen musikalischen Besuch ab (3 Tage wach kann funktionieren…).
Da kam ich das erste Mal mit Minimal und Techno in Berührung und vielen Reagenzgläsern voller gelber Flüssigkeit, die in Köln Bier genannt wird und fand die ganze Sache noch seeeeehr komisch.
Michael Mayer legte auf dem Pollerwiesen-Schiff auf, dass von Köln nach Bonn und wieder zurück fuhr. Und alles klang so … minimal.

Eingeführt wurde ich in diese Welt von einem ehemaligen Arbeitskollegen und Musikliebhaber, der mir mit dem Anruf, ich solle heute mit zu Röyksopp (wersindndie? egal!) in die Muffathalle kommen, das Leben gerettet hat, während ich heulend wie ein Schlosshund vor der Bühne stand (weil so unglaublich großartige Musik und Liebeskummer) und am Ende noch ein verschwitztes Handtuch gefangen hab. Wie ein richtiges Groupie!

Und dann kam Berlin.
Das schreib ich dann beim nächsten Mal.
Vier Stunden für einen Eintrag. Ich muss jetzt erst mal meine Platten wieder aufräumen.
Und betrinken muss ich mich jetzt glaube ich auch…

Musik

Hören und herzen.
thesixtyone

Mag ich!

Ich liebe meine Krankenkasse

Kurz vor Silvester hatte ich versucht, für meine Tochter eine neue Krankenkassenkarte zu bekommen. Also nicht nur eine sondern bitte zwei. Die nette Dame am Telefon sagte, sie würde sich sehr gern darum kümmern, könne aber nicht zwei gleichzeitig bestellen, legt sich das auf Wiedervorlage und schickt mir dann hintereinander zwei Karten. Für meine Tochter.

Als ich dann Anfang des Jahres aus dem Heimaturlaub zurück kam, befanden sich tatsächlich zwei Briefe meiner Krankenkasse im Briefkasten. Mit zwei Krankenkassenkarten.
Beide für mich.
Wie ich kurz darauf feststellen konnte: Beide mit der der falschen Adresse. Trotz Adressänderung.
Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass ich momentan von ein und derselben Krankenkasse Post an zwei verschiedene Adressen bekomme, je nachdem welche Stelle mir schreibt.

Das weiß ich übrigens deswegen, weil ich neulich Post bekommen habe, in der ich gefragt wurde, wo ich denn jetzt versichert sei, denn meine Krankenversicherung wäre ja zum 30.9 beendet (am 23.9 hat meine Firma wegen Insolvenz geschlossen, ich wurde zu diesem Zeitpunkt am Ohr operiert und war bis 11.10 krank geschrieben um am 12.10 einen neuen Job anzufangen. Für den Zeitraum 23.-11.10 habe ich bereits einen Vorschuss an Krankengeld erhalten. Von der Krankenkasse die sagt, ich wäre gar nicht mehr bei Ihr versichert).

Aber so viel zum Nebenschauplatz.
Aha. Kartenstand Ana:Dani sah als so aus: 1:3 für mich.
Also habe ich eine Mail hingeschrieben, dass ich mich sehr über die Karten gefreut habe, ich aber keine für mich bestellt hatte, sondern für meine Tochter. Kein Feedback. Schade.
Letzte Woche rief ich dann also doch noch mal an und wurde mit der netten Dame von der Familienstelle verbunden, die mir erstmal sagte: Ihre Tochter ist nicht bei Ihnen versichert.
Meine Sprachgewandtheit in manchen Momenten lässt leider sehr zu wünschen übrig, daher war ich nicht in der Lage etwas total cooles zu sagen, mir rutschte nur so ein “Aha. Bei wem denn dann?” über die Lippen.
DAS Problem war schnell geklärt. Wenn ich umziehe, muss mein Kind auch umgezogen werden, wurde es aber nicht, also schwirrte Ana irgendwo familienunversichert in den Karteikarten herum.
Das hatte die Dame dann aber ganz schnell im Griff.

Also ein neuer Versuch: Ich bräuchte zwei Karten für meine Tochter.
- Das geht nicht.
- Aha. Wieso? Die nette Dame vom letzten Mal erzählte mir was von Wiedervorlagen und ich hab ja auch für mich zwei Karten bekommen. Übrigens mit der falschen Adresse.
- Das geht nicht.
- Die Dame meinte etwas in der Art, hätte ich halt eine Karte verloren
- Lachen auf der anderen Seite, da wurde ich schon etwas stinkiger (ich mag es nicht, ausgelacht zu werden)
- Es ist mir eigentlich völlig wurscht ob es geht oder nicht, fakt ist, ich habe drei Karten (so viel zum Thema “Das geht nicht”) für mich, brauche aber eigentlich nur eine für mich, aber zwei für meine Tochter.
- Da ist ja eine beantragt, das geht nicht so schnell. (Ah? Wer? Hä?)
- Aha? Äh? Wie?
- Na, heute ist hier ein Antrag für eine Karte reingekommen. Das dauert, die müssen ja erst bestellt werden.
- Aha. Na dann ist ja alles gut. Ich hoffe, diesmal mit richtiger Adresse…

Nun ja. Das Ende vom Lied (für den Moment):
Gestern kam endlich Post von meiner Krankenkasse. Mit einer neuen Karte. Für mich…

I:Cube Minimix

Der I:Cube Minimix ist definitiv perfekt für sonntägliche, regnerische und einsame Nächte. Walk into Space.

3 Zimmer, Küche, Bad mit Fenster

Ich wohne jetzt im Nordkiez. Dritter Stock. Mit Blick aufs Frankfurter Tor. Vor mir wird sicher nichts gebaut, zumindest nicht, solange die Kita gegenüber bleibt. Also nicht.
Heißt, Bäume. Im Herbst ist jetzt alles so schön bunt hier. Der Ausblick morgens nach dem Aufwachen gibt also zumindest etwas Aufwind, bzw. ein Gefühl von, irgendwie wird es schon weiter gehen, auch im Dritten Stock. Und anderen Lebensinhalten.

Die Wohnung ist komisch. Sie riecht noch nach den Vormietern. Und es ist kein Geruch, den ich als angenehm bezeichnen würde. Eher penetrant. Nervig. Aufdringlich.
Aber leider helfen die seit Tagen vor sich hin duftenden Frosch-IchriechnachWasserliliestäbchen auch nicht besonders. Der Geruch muss raus, weil echt unangenehm.

Offensichtlich verbreite ich nach Außen nicht den Anschein, dass es mir schlecht gehen würde. Stattdessen wurde aus dem vor Jahren ständig für mich aufgesagtem Spruch “Für ne Frau legste ja gar nicht schlecht auf” diese Tage “Für ne Mutter siehste aber gar nicht übel aus”. So ne Trennung ist eben doch ne gute Diät.

Zur Zeit also viel Arbeit, viel Kind und wenig Freizeit, aber auch wenig Denken, was sich derzeit nur als sehr vorteilhaft erwiesen hat. Denken macht nur blaue Flecken (nicht denken übrigens auch – da läuft man schon mal gegen Glastüren, schlägt sich das Knie an Heizkörpern an oder lässt das Staubsaugerrohr auf den großen Zeh donnern). Aber das geht auch vorbei.

meinerausb